fbpx
Wie Aalam aus Eritrea nach Samos kam

Wie Aalam aus Eritrea nach Samos kam

Von Uschi Wohlgefahrt

Es dämmerte schon und der Wind pfiff um die Ecken, als ich letzten November mit einer Begleiterin nach der Suche nach Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge für Space-Eye über den Pytagoras-Square in Samos Stadt ging. Ein leichter Regen fiel. Auf der Bank vor dem Löwendenkmal saß eine junge Frau alleine mit einem Wäschebündel auf den Armen. Ich wunderte mich und schaute noch einmal hin. Ihre traurigen Augen haben mich sofort angezogen und ich konnte nicht anders, als auf sie zuzugehen und sie anzusprechen. Was sie denn da so alleine bei diesem Wetter mache? Ihr sei einfach die Decke auf den Kopf gefallen und sie habe rausmüssen. Sie lebe in einem Container im Camp in einem winzigen Zimmer mit einer Frau und ihren fünf Kindern. Die Frau helfe ihr jedoch viel mit ihrem Baby und sie sei ihr dafür dankbar. Wo denn ihr Baby sei, habe ich ganz erstaunt gefragt. Sie schlug die Decke auf und zum Vorschein kam ein acht Wochen altes Büblein, schokoladenbraun mit gekrausten schwarzen Haaren und schaute mich mit einem kleinen Lächeln mit seinen großen dunklen Augen an. Oh mein Gott! Jetzt wurde ich aber sehr neugierig, wer ich denn da vor mir habe. Sie sei Aalam aus Eritrea. Ihr Partner hätte sie verlassen und nun sei sie mit dem kleinen Gibril alleine. Ich habe mich auch vorgestellt und wir tauschten die Telefonnummern aus. Sie habe das Asylgesuch noch nicht genehmigt bekommen und sie wisse nun noch gar nicht, wie es mit ihr weiter gehe und wohin sie nun mit dem kleinen Gibril alleine hingegen solle.

Mit Aalam blieb ich in Kontakt über WhatsApp und habe sie unterstützt, wo ich konnte. Anfang März erhielt ich dann einen aufgeregten Anruf von Aalam: „Mama, letzte Woche habe ich meinen Asylentscheid erhalten und nun will die Campleitung, dass ich bis Ende Woche den Container verlasse. Wohin soll ich denn nun gehen?“ Eine ledige, muslimische Mutter mit einem Baby konnte ich unmöglich alleine in einem Zelt an Rande des Camps lassen. Wer weiß, was da die streng gläubigen Nachbarn mit ihr gemacht hätten? Im Camp in Samos hatte sie das erste Mal in ihrem Leben Zuneigung zu einem Mann. Es war ein Kongolese. Sie hatte ihn wirklich geliebt und gedacht, er sei der Mann fürs Leben. Dann ist sie schwanger geworden. Ihr Freund war gar nicht erfreut, hat sie beschimpft und ist mit einer anderen Frau nach Athen weitergezogen. Vom kleinen Gibril will er nichts wissen. Es ist das schlimmste, was einer Muslimin passieren kann, schwanger zu werden und mit einem Kind dann alleine dazustehen. In ein muslimisches Land kann sie auf gar keine Umstände mehr gehen. Wer würde sie schon aufnehmen und was würde aus dem kleinen Gibril?

Aalam lebt nun heute mit ihrem kleinen Gibril in einem kleinen Anbau eines Hauses in der Stadt Samos, in einer Studiowohnung mit Küche und Bad. Vor ihrer Haustüre hat es einen kleinen Vorgarten, und sollte sie in einem Jahr immer noch da sein, so könnte dort der kleine Gibril gefahrlos spielen. Nun wartet Aalam auf ihren “Fingerprint” und möchte, wenn sie den Pass erhält, nach Deutschland oder in die Benelux-Staaten reisen.

Geboren ist Aalam in Eritrea. Ihre Mutter und ihr Vater sind zum Militär eingezogen worden. Während dieser Zeit lebte Aalam bei der Großmutter. Als sie drei Jahre alt war, ist der Vater im Dienst gestorben. Die Mutter wollte daraufhin keinen Militärdienst mehr machen und ist mit ihr nach Äthiopien geflohen, wo sie als Lehrerin tätig war. Aalam durfte aber als Ausländerkind die Schule nicht besuchen. Die Mutter hat sie zu Hause unterrichtet. Als sie 16 Jahre alt war, ist die Mutter an Brustkrebs gestorben. Die Großmutter organisierte, dass ein naher Verwandter sie in den Sudan holte, wo sie bei wohlhabenden Leuten als Kindermädchen arbeitete und Hausarbeiten erledigte. Dort lernte sie zusätzlich zu ihrer Muttersprache Tigrinia und dem in Äthiopien gesprochenen Amarinia noch Arabisch. Aamal wollte mehr vom Leben, als nur als Hausmädchen zu arbeiten. Sie wollte einen Abschluss machen und was im Leben erreichen. So ist sie über Dubai nach Beirut gereist.

Auch in Beirut hat sie in einem großen Haushalt als Hausangestellte gedient, um sich finanziell durchzuschlagen. Beirut wäre eine Option für sie gewesen, doch als Hausangestellte wollte sie nicht ewig tätig sein. Als sie genug Geld zusammengespart hatte, bezahlte sie die Reisekosten der Schlepper von 3.000 Dollar, um von Beirut nach Izmir zu gelangen. In 20 Tagen ist sie mit einer Gruppe Flüchtlinge hunderte von Kilometer zu Fuß gegangen. Sie wurden immer wieder angetrieben und kamen total erschöpft in Izmir an. Flüchtlinge, die nicht mehr konnten, wurden angebrüllt und geschlagen. Es gab ungenügend zu essen und kurze Schlafpausen in Ställen. In Izmir war sie mittellos und hat wieder als Hausangestellte gearbeitet, bis sie das Geld für die Überfahrt nach Samos zusammen hatte. Zweimal wurde ihr Boot von der Küstenwache geschnappt und zweimal ist sie sechs Wochen im Gefängnis von Izmir gelandet. In einem großen Raum wurden alle Gefangenen eingesperrt, Frauen, Männer und Kinder. Es gab ein WC und eine Dusche mit heißem Wasser. Niemand konnte sich dort duschen. Die ganze Zeit konnte sie ihre Kleider nicht wechseln. Das Essen war miserabel. Sie schloss sich als junge Frau alleine ihren Landsleuten, den Eritreern, an. Beim dritten Versuch hat es dann mit der Überfahrt nach Samos geklappt.

Aalam führt ihren Haushalt sehr ordentlich und sauber. Sie ist mir eine gute Stütze bei Übersetzungen vom Arabischen ins Englische. Da bin ich froh, dass ich auf sie zurückgreifen kann. Ich bin sicher, dass sie mit ihrer stillen, aber offenen Art und ihrem Wissen und Wissensdurst eine Zukunft im Herzen Europas hat. Aber auch ich kann ihr als gestandene Mutter Wissen vermitteln mit einem zahnenden kleinen Jungen, damit sie wieder mal zum Schlafen kommt.

„Uschi“

Ursula Wohlgefahrt lebt auf Samos und kümmert sich „hauptamtlich“ um gestrandete Flüchtlinge – Menschen, die zwar eine Anerkennung als Asylberechtigte haben, aber kein Geld, keine Unterkunft und keine Ausreisepapiere. Für Space-Eye betreibt „Uschi“ auf Samos ein Housing-Project, das inzwischen rund 90 Menschen Unterkunft bietet.

Berken – die Geschichte einer kurdischen Familie

Berken – die Geschichte einer kurdischen Familie

Von Ursula Wohlgefahrt

Soeben bin ich beim Haus von Berken und seiner Familie in Samos angekommen, da kommt er mir mit einem breiten Grinsen auf der Straße entgegen. Er kommt grade vom Fischen. In seinem Kessel hat er ein paar Fische für seine Familie fürs Abendessen gefangen. Mit der Polizei hat er sich wieder gestritten. Sie wollten nicht, dass er dort fischt, wie schon einige Male, aber ohne Fahrrad kann er nicht allzu weit gehen. Sein Körper macht das nicht mit. Durch die Folgen der Folterungen im Irak hat er verschiedene Beschwerden.

Wir gehen hinauf in die Wohnung. Die Frau und die Kinder begrüßen uns herzlichst. Wir trinken einen Tee und Berken (“der Lächelnde”), ist sofort bereit, von seinem Leben und seiner Flucht zu erzählen, aber bitte, keine Fotos und keine genauen Angaben. Ich frage ihn, ob er denn vor etwas Angst habe? «Madame», antwortet er, «ich kann kaum schlafen, ich habe so Angst, dass sie mich hier wieder finden und dass sie uns alle umbringen. Bitte machen Sie keine Fotos mit meinem Gesicht, bitte, Madame. Ich erzähle ihnen alles». Berken hat meine Neugier geweckt und ich höre ihm aufmerksam zu. Plötzlich wird er so emotional, dass es nicht mehr auf Englisch geht und dass wir die Hilfe eines Übersetzers per Telefon anfordern müssen.

Vor drei Jahren kam die Familie nach fünf Versuchen, das Meer zu überqueren, nach Samos. Viermal wurden sie von der Küstenwache an die türkische Polizei ausgeliefert. Viermal mussten sie sagen, sie seien Syrer und ja keine Kurden aus dem Irak. Sie wussten, dass Kurden ins Gefängnis kamen und zurückgeschoben worden sind. Das Gefängnis hatte Berken genug gesehen. Das wollte er sich und seiner Familie nicht antun. Ganze 40.000 Euro haben seine Verwandten für ihn und seine Familie für die Überfahrten bezahlt. Der irakische Staat hat ihm längst seine Konten gesperrt und alle Guthaben und Vermögen beschlagnahmt. Im Norden von Irak war er in einer Stadt zu Hause. Sein Vater war der Bürgermeister und in der Baath-Partei. Er als Sohn war automatisch auch Mitglied dieser Partei. Sie waren angesehene, reiche Leute. Berken führte einen Autohandel und hatte Angestellte. Die Geschäfte liefen gut. Die Parteien haben sich bekämpft. Das erste – von insgesamt sechs Malen – wurde er 2002 für sechs Monate ins Gefängnis gesteckt. Folter war an der Tagesordnung. Er zeigt mir seinen Rücken, der übersät mit dicken Narben ist. Beim letzten Mal drohten sie ihm, dass sie seine Frau und die Töchter schänden würden. Nun hielt es ihn nicht mehr im Irak. Ende 2017 reiste er nach Bagdad und flog dann mit dem Flugzeug in die Türkei. Die Frau mit der Familie folgten ihm drei Monate später. Über Istanbul sind sie nach Izmir und dann mit dem Boot nach Samos gekommen. In Samos lebten sie fünf Monate im Camp. Dort haben sie die Spitzel der irakischen Polizei gefunden, und dreimal wurde er im Camp zusammengeschlagen. Einmal hat ihn die griechische Polizei drei Tage bei sich aufgenommen und ihn dann wieder frei gelassen, weil es nicht ihre Aufgabe sei, ihn zu beschützen. Er wurde in den letzten drei Jahren aus Sicherheitsgründen siebenmal in Griechenland verschoben. Angst habe er ständig, dass sie ihn und die Familie finden würden. Ich frage ihn, ob er denn denkt, in Deutschland sei es besser. Er meint, vielleicht müsse er den Namen wechseln. Er wisse es nicht, aber die Angst gehe einfach nicht aus seinem Kopf. Berken wartet auf die Pässe und dann will er weg, so schnell, wie möglich.

Bis jetzt hat er mir noch nichts über seine Frau erzählt und ich bin neugierig, auf ihr privates Leben und frage ihn, ob seine Ehe arrangiert gewesen sei? Nein, meint Berken, er habe immer seinem Vater gehorcht, außer in diesem Punkt. Er sei schon lange in seine Cousine Zakja verliebt gewesen und wollte nur sie. Sein Vater habe Bedenken gehabt, wegen gesundheitlicher Folgen bei den Kindern. Er habe einfach nur Zakja gewollt und schließlich den Segen vom Vater erhalten, dabei strahlt er. Ja, er hat eine gute Wahl gemacht mit seiner Zakja. Sie ist immer am Kochen und Backen und ihre Gerichte sind vorzüglich. Und die Kinder sind äußerst gut geraten und sehr höflich.

Was ihm denn, außer der Angst noch Mühe mache, frage ich ihn. Das sei das Warten und nochmals Warten, antwortet er. Er könne nicht jeden Tag fischen gehen. Er möchte endlich wieder Arbeiten, egal was. Auch das angewiesen sein auf fremde Hilfe mache ihm so Mühe. Im Irak hätte er mehr als genug Geld gehabt, ein großes Haus und viel Land und Olivenbäume. Aber hier werde er fast wahnsinnig und er habe einfach zu viel Zeit zum Denken und dann drehen sich seine Gedanken im Kreis.

„Uschi“

Ursula Wohlgefahrt lebt auf Samos und kümmert sich „hauptamtlich“ um gestrandete Flüchtlinge – Menschen, die zwar eine Anerkennung als Asylberechtigte haben, aber kein Geld, keine Unterkunft und keine Ausreisepapiere. Für Space-Eye betreibt „Uschi“ auf Samos ein Housing-Project, das inzwischen rund 90 Menschen Unterkunft bietet.

Abu Abbas: Verstoßen und geflüchtet

Abu Abbas: Verstoßen und geflüchtet

Von Ursula Wohlgefahrt
 

In der kleinen Wohnung, die von Space-Eye angemietet worden ist, sitze ich mit der Familie beim Tee und frisch gebackenen Plätzchen, bei Abu Abbas, seiner Frau Bouchra und den beiden Kindern Fathia und Mustafa. Für den kleinen Mustafa ist es das erste Mal in seinem Leben, dass er in einer Wohnung lebt. Er ist auf der Flucht geboren. Neugierig erkundet er immer wieder das ganze Mehrfamilienhaus, und Bouchra ist ständig hinter ihm her. Die Familie stammt aus dem Irak, südlich von Bagdad aus einer kleinen Stadt. Dort sind beide Eltern geboren, aufgewachsen und blieben auch bis zu ihrer Flucht. Bouchra war Arabischlehrerin bis zu ihrer Heirat.

Abu Abbas war noch ein Kind, als Saddam Hussein gestürzt wurde. Er erinnert sich, wie sie an den Straßenrand liefen und den amerikanischen Truppen zujubelten. Doch dann kam alles schlimmer, von Monat zu Monat. Der Krieg entzweite Nachbarn, die früher trotz unterschiedlichen Religionsrichtungen sich grüßten, sich gegenseitig halfen, zusammen Geschäfte machten, oder bei ihnen einkauften. Plötzlich waren alle gegen alle. Er als Schiit bekam kaum mehr Arbeit. Als Taxifahrer konnte er nicht mehr seine Familie ernähren. Kunden wandten sich von ihm ab.

Abu Abbas zeigt mir ein paar Fotos von früher, seiner Heimat und seiner Familie. Ein tiefer Seufzer und dann: ja was soll er denn tun? Er wollte nicht in den Krieg und nicht für die eine, oder andere Partei für etwas Sinnloses kämpfen. Wie sollte er denn seine Familie ernähren? Er begann, Alkohol zu beschaffen und zu verkaufen. Das Geschäft war sehr riskant, aber mit dem Einkommen konnte er seine Familie über Wasser halten. Viele haben nach dem Stoff gefragt. Einmal haben sie ihn dann erwischt. Der Kontakt mit Alkohol zählt im Islam zu den schlimmsten Verfehlungen. Er wurde gefoltert, verurteilt und ins Gefängnis geworfen. Seine Eltern und Geschwister mussten sich von ihm abwenden, damit sie in dieser Stadt überleben konnten. Sie drohten, ihn bei der erstbester Gelegenheit zu erschießen.

 

Unter solchen Bedingungen lebte Abu Abbas mit seiner Familie im Camp, bevor Space-Eye auf sie aufmerksam wurde.

Nun fiel der Broterwerb völlig weg. Aus Angst um seine Frau und Kinder verkaufte er alles, was er besaß, und fuhr nach Erbil. Dort kaufte er sich ein Flugticket und flog mit seiner kleinen Familie in die Türkei und anschließend flüchtete er mit dem Boot nach Samos. Hier hat er sich aus allem, was er im Müll an Brauchbarem fand, ein Zelt für seine Familie gebastelt, mitten unter all den anderen Landsleuten. Das Leben im Camp sei für die Familie sehr, sehr hart gewesen, besonders in der Kälte und bei Regen, erzählt Abbas. Der Sturm zerstörte manches Zelt. Sie hatten Glück. Sie sind so dankbar, dass sie jetzt wenigstens ein Zimmer in unserem Projekt haben, mit Dusche und WC. Und weit weg von Ratten, Käfern, Mücken und Müll.

 

Im Camp habe sein Vergehen mit dem Alkohol kein Aufsehen erregt. Da habe jeder seine eigenen Probleme. Ob er denn noch Kontakt habe mit seiner Familie im Irak, frage ich ihn. Nein, antwortet mir Abu Abbas, nein, leider nicht. Dabei ist er dem Weinen nahe. Er dürfe keinen Kontakt mehr haben. In der Familie gelte er nun als “Käfir” (als  Ungläubiger, oder Gottesleugner). Seine Frau aber habe immer zu ihm gehalten, ja wenn er seine Bouchra und die Kinder nicht hätte…

Was er sich denn von der Zukunft erhoffe, frage ich. Er zeigt mit einer Hand in eine Richtung und sagt: Almanya, Almanya. Dann wolle er wieder als Fahrer arbeiten, egal, ob für Taxi oder einen Bus. Er wolle seine Familie ernähren können und erhoffe sich für seine Kinder eine gute Ausbildung. Wünschen wir ihm, dass sich seine Träume erfüllen mögen.

„Uschi“

Ursula Wohlgefahrt lebt auf Samos und kümmert sich „hauptamtlich“ um gestrandete Flüchtlinge – Menschen, die zwar eine Anerkennung als Asylberechtigte haben, aber kein Geld, keine Unterkunft und keine Ausreisepapiere. Für Space-Eye betreibt „Uschi“ auf Samos ein Housing-Project, das inzwischen rund 90 Menschen Unterkunft bietet.

Kayras Reise

Kayras Reise

Die Geschichte von Kayra, ihrem Mann und ihren sieben Kindern

Gestrandet auf Samos: Völlig mittellos lebte Kayras Familie auf der Insel. (Fotos: Ursula Wohlgefahrt)

Von Ursula Wohlgefahrt

Ein Klingelton in meinem Telefon – eine neue Nachricht. Es ist Kayra, die mit ihrem Mann und ihren sieben Kindern nun in Athen ist. Sie sendet uns als Dankeschön Fotos von ihren Kindern mit dem Titel: “Shukran tschasilan mama Uschi, shukran!” (Vielen Dank Mama Uschi, danke!). Space-Eye übernimmt nun die Miete für diese Familie in Athen, die auf die Pässe für die Weiterreise warten muss. Die ersten paar Nächte haben die neun ohne Schutz in einem Park in der griechischen Hauptstadt übernachtet, wie viele andere auch. Dann erhielt ich einen Hilferuf: “Mama Uschi, wir haben eine Wohnung gefunden. Kannst Du uns jetzt unterstützen? Wir schlafen in einem Park.”  Diese Bitte konnte ich nicht abschlagen, da ich für diese Familie auf Samos leider keine passende Wohnung gefunden hatte.

Bei meinen Besuchen mit einer anderen Organisation lernte ich Kayras Familie im Camp kennen. Die Familie wurde im Juni 2020 als Flüchtlinge anerkannt und lebt seither ohne Unterstützung. Wie die meisten hatten sie ein selbstgebasteltes Zelt mitten in diesem Elendshügel oberhalb der Stadt Samos. Ich konnte der Familie während ihrer Zeit im Camp nur Nothilfe geben. Wir blieben aber stets in Kontakt. Vor drei Wochen erhielten sie den Befehl von der Campleitung, ihr Zelt zu Räumen. Geblieben ist ihnen nur noch eine Decke und die persönlichen Gegenstände. Bis zu ihrer Abreise wurden sie von Freunden in einem andern Zelt aufgenommen.

 

Kayras Mann arbeitete für die US-Streitkräfte

Die Familie stammt aus Kerbela, im Irak. Der Mann arbeitete von 2006 bis 2019 an der Vorbereitung für Standorte für die amerikanischen Koalitionsstreitkräfte. Er wurde in Kämpfe mit der Hisbollah und andern Gruppierungen verwickelt. Ein Auto mit einem Kind drin geriet dabei im 2019 versehentlich in Flammen. Er wurde der Täterschaft beschuldigt und musste fliehen.  Der Jäger wurde zum Gejagten.
 

Über den Landweg, über die Türkei ist die Familie nach Izmir gekommen. Dort hatte sie zum Glück bei ruhigem Wetter eine gute, ungestörte Fahrt nach Samos in einem kleineren Schlauchboot mit Außenbordmotor. Der Fahrpreis bei den Schmugglern für eine Person ist mindestens 1.200 Euro. Sie waren völlig eingequetscht zwischen den andern und konnten sich auf der ganzen Fahrt kaum bewegen.

In Athen. Wenigstens ein Dach über dem Kopf

Das Asylverfahren ging relativ rasch vonstatten. Es mag auch daran gelegen haben, dass der Mann für die amerikanischen Koalitionsstreitkräfte gearbeitet hatte. Sie hatten so große Hoffnung, dass sie gerade deswegen auch Hilfe bekämen. Doch ab Juni 2020 ist die Hilfe ausgefallen. Mit geliehenem Geld sind sie nun nach Athen gefahren, um die Formalitäten für ihre Pässe zu erfüllen und hoffen auf eine möglichst rasche Weiterreise nach Deutschland oder die Benelux-Staaten.

„Uschi“

Ursula Wohlgefahrt lebt auf Samos und kümmert sich „hauptamtlich“ um gestrandete Flüchtlinge – Menschen, die zwar eine Anerkennung als Asylberechtigte haben, aber kein Geld, keine Unterkunft und keine Ausreisepapiere. Für Space-Eye betreibt „Uschi“ auf Samos ein Housing-Project, das inzwischen rund 90 Menschen Unterkunft bietet.

Ein sicheres Dach für den kleinen Hashem

Ein sicheres Dach für den kleinen Hashem

Imran, Hayat und der kleine Hashem. (Foto: Ursula Wohlgefahrt)

 
 

Geschichten vom Rande Europas:

Ein sicheres Dach für den kleinen Hashem

Von Ursula Wohlgefahrt
 
Im November konnten wir der schwangeren Naima, ihrem Mann Ilyas und den beiden Kindern Imran und Hayat eine Wohnung in der Stadt Samos geben. Naima hatte ständig große Beschwerden und musste mehrmals das Krankenhaus aufsuchen. Es drohte der Verlust des Babys. Dies konnten wir erfolgreich durch unser Housing-Projekt verhindern. Nun ist am 23.2.2021 der kleine Junge geboren. Einen Monat zu früh, aber kerngesund.
 
Die Familie kommt aus dem Gaza-Streifen. Ihr Haus, wo die Großfamilie wohnte, wurde total zerbombt. Sie zogen daraufhin in den Olivenhain, wo sie in einem Caravan, oder Container lebten. Viel zu eng für alle, aber sie überlebten. Der Mann hatte Arbeit und fertigte in einer Fabrik Fenster und Türen an. Er erhielt 200 Schekel und musste für die Fahrt zur Arbeit und zurück 5 Euro bezahlen. Zum Leben blieb kaum was übrig. Zudem kam die ständige Angst vor weiteren Angriffen.
 

Die Großfamilie hat das Geld zusammen gelegt, dass die Jungen ein besseres und sicheres Leben sich in Europa aufbauen könnten. Über den Flughafen von Kairo reisten sie zu viert nach Istanbul. Dort nahmen sie den Bus nach Izmir. Izmir ist das große Tor in den Westen und die Zentrale der Menschenschmuggler. Sie hatten Glück und kamen mit dem ersten Versuch mit dem Schlauchboot in Samos an. Hier hausten sie 1,5 Jahre im Camp in einem selbstgebastelten Zelt, nahe der kleinen Kapelle Agios Nikolaos. Dort hat sich eine richtige Gaza-Gemeinde angesiedelt. Naima litt sehr unter den Verhältnissen im Camp. Ilyas konnte sich besser damit abfinden, und die Kinder hatten tagsüber Spielgefährten, die nun im Hause fehlen. Doch sie würden unter keinen Umständen mehr mit dem Camp tauschen. Das Haus ist für die zwei Kinder eine neue Heimat geworden. Imran wurde vor einem Monat eingeschult. Er ist sehr stolz auf seine Schultasche und geht sehr gerne zur Schule. Am wichtigsten ist für ihn, nun griechisch zu lernen.

Die Familie plant, rasch möglichst in den Norden von Europa zu kommen und macht alles, was juristisch möglich ist. Die Ausweise hätten sie jetzt eigentlich beisammen gehabt. Nun kommt noch die Geburt des Kleinen, und der Papierkram fängt von vorne an.

Die Familie fühlt sich sehr wohl in unserem Haus uns lässt uns tausendmal danken für unsere Hilfe. Ohne diese hätte wohl die Schwangerschaft nicht so glücklich geendet. Naima ist vom ganzen Aufenthalt im Camp und dem Auf und Ab mit dem Asylverfahren ausgezehrt, so sehr, dass keine Milch für den Kleinen hat. Aber sie sind bei uns im Trockenen und an der Wärme.

„Uschi“

Ursula Wohlgefahrt lebt auf Samos und kümmert sich „hauptamtlich“ um gestrandete Flüchtlinge – Menschen, die zwar eine Anerkennung als Asylberechtigte haben, aber kein Geld, keine Unterkunft und keine Ausreisepapiere. Für Space-Eye betreibt „Uschi“ auf Samos ein Housing-Project, das inzwischen rund 90 Menschen Unterkunft bietet.

Leben im “Khalifi”

Leben im “Khalifi”

Geschichten vom Rande Europas:

Im “Khalifi” von Samos

 
Von Ursula Wohlgefahrt
 
Durch Anwohner bin ich auf die Vettern Mohammed und Naim gestossen, zwei junge Männer aus dem Gaza-Streifen. Sie leben hier mit Mustafa aus Bagdad. Mohammed und Naim sind seit längerer Zeit bereits anerkannte Flüchtlinge und mussten schon im letzten Sommer das Camp verlassen. Mustafa ist mit ihnen  ins “Khalifi” gezogen, weil sie schon im Camp Freunde wurden.

Das “Khalifi” am Rande von Samos. Hier müssen die drei Geflüchteten Naim, Mohammed und Mustafa leben (Fotos: Ursula Wohlgefahrt)

 
Das Khalifi, ein altes Sommerhaus, wo sich die Griechen bei der Ernte zum Mittagsschlaf zurück ziehen, wurde seit Jahren nicht unterhalten. Es liegt unmittelbar hinter der letzten Häuserzeile am Stadtrand von Samos und hinter dem Einfamilienhaus des Eigentümers in dessen Obstgarten, umgeben von Orangen- und Zitronenbäumen. Mit Plastik haben die jungen Männer notdürftig das Dach und innen die Decke abgedichtet. Das Regenwasser kommt gleichwohl durch alle Ritzen ins Haus. Heizung und Strom gibt es dort nicht. Vor dem Haus ist eine Feuerstelle und ein Wasseranschluss, wo sie jahrein und -aus unter freiem Himmel die Kleider und sich selbst waschen. Wohnen dürfen sie dort gegen Arbeit. Bei jeder Gelegenheit lässt der Eigentümer eine Glocke läuten, und dann muss einer sofort springen und dem Eigentümer für alle möglichen Sachen zu Diensten sein.
 

Ist gerade keiner im Khalifi, droht der Eigentümer, dass sie das Haus rasch möglichst verlassen müssten. Aber wohin sollten sie denn gehen? Geld haben sie keines, und sie können auch keines von ihren Familien im Gaza, oder in Bagdad verlangen. Sie können ihnen einfach nicht sagen, oder schreiben, wie schlecht es ihnen geht. Ihre Träume, in die Mitte oder in den Norden von Europa zu kommen, haben sie noch nicht verloren. Daran hängen sie immer noch, aber wie ihnen dies in ihrer ausweglos scheinenden Situation gelingen soll, wissen sie nicht. Ihre Sehnsucht hängt in ihren Heimatländern. Ja, wenn sie gewusst hätten, was sie da auf sich laden: Sie hätten einiges anders gemacht.

Mustafa, Naim und Mohammed in ihrer Behausung

Angefangen hat das ganze Drama mit Naim. Naim hat sich vor drei Jahren entschieden, dass der Gazastreifen für ihn keine Zukunft hat und viel zu gefährlich ist. Er hat kurzerhand von seinem großen Familienclan Abschied genommen und ist via Kairo mit dem Flugzeug nach Kiew in die Ukraine gereist, wo er als gelernter  Damen- und Herrenfriseur für 300 Euro gearbeitet hat. Die Miete hat ihm schon die Hälfte weggefressen. Nach anderthalb Jahren in der Ukraine hat er sich wieder auf den Weg gemacht und ist in die Türkei. Auch dort hat er sich mit seinem Beruf kaum über Wasser halten können.

 
Für ihn war dann der grosse Traum: EUROPA, denn in Europa müsse ja alles viel besser sein. Als er das Geld für die Schlepper zusammen hatte, hat er in Izmir ein Boot bestiegen und ist auf Lesbos gelandet. Im Flüchtlingscamp von Moria geriet er in eine Schlägerei mit einer afghanischen Gruppe. Dabei sind einige Messerstiche und Narben übrig geblieben. In Lesbos erhielt er schließlich Asyl. Wie dreckig es ihm dort erging, konnte er nicht nach Hause schreiben. Er hat immer nur beste Meldungen abgesetzt: “Macht Euch keine Sorgen, mir gehts super. Bald geht’s weiter. Es ist herrlich hier”. Seine positiven Meldungen haben dann seinen Vetter Mohammed dazu bewogen, ihm zu folgen. Er ist wie Naim über den Flughafen Kairo ausgeflogen, jedoch direkt nach Istanbul und dann weiter mit dem Bus nach Izmir.
 
Mohammed hat es mehrere Male versuchen müssen, um mit einem Schlauchboot nach Europa rüber zu gelangen. Bei jedem Versuch musste er den Schleppern 1.200 Euro abgeben. Schließlich hat es doch noch geklappt: Der Wind trug das Schlauchboot jedoch nicht nach Lesbos zu seinem Vetter, sondern nach Samos. Oder hatte er es falsch verstanden, was der Schlepper erzählte? Vor zwei Jahren ist er hier gelandet und hat nichts von Freiheit und Wohlstand erfahren: bittere Armut, Entbehrungen, Mücken im Sommer und Kälte im Winter. Seit letztem Sommer ist nun auch er ein anerkannter Flüchtling. Naim ist von Lesbos mit der Fähre zu ihm gekommen. Er konnte seinen Vetter nicht alleine lassen. Er schämt sich zutiefst, dass er Mohammed da mit rein gerissen hat, aber er konnte seiner Familie einfach nicht erzählen, wie schlecht es ihm geht. Nun geht es zwei Familienmitgliedern schlecht. Ja, wenn er nur zurück könnte, meinte Naim. Aber dies sei ganz und gar unmöglich, nur schon wegen der Polizei und überhaupt. Nein, zurück könnten sie auf keinen Fall. Es müsse einfach vorwärts weiter gehen, aber ohne Geld wissen beide nicht, wie das gehen soll.
 
 
Mustafa, der Fliesenleger aus Bagdad, schlürft seinen Tee: Nein, auch er könnte nicht nach Bagdad zurück. Vor dem Sturz von Saddam hätten sie doch keine Probleme gehabt, die Schiiten und die Sunniten. Nun sei es für ihn als Sunnit unmöglich geworden, dort zu leben. Der Hass sei dermaßen hochgekocht. Bagdad, ja Bagdad vermisse er sehr: seine Gassen, die Märkte und besonders die Familie.
 
Inschallah, komme alles gut, inschallah.

“Uschi”

Ursula Wohlgefahrt lebt auf Samos und kümmert sich “hauptamtlich” um gestrandete Flüchtlinge – Menschen, die zwar eine Anerkennung als Asylberechtigte haben, aber kein Geld, keine Unterkunft und keine Ausreisepapiere. Für Space-Eye betreibt “Uschi” auf Samos ein Housing-Project, das inzwischen rund 90 Menschen Unterkunft bietet.

Brief von Anis

Brief von Anis

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Anis (17) aus Afghanistan hat einen Brief an das #RefugeeBook von Space-Eye geschrieben. Sie hat uns gebeten, ihn zu veröffentlichen, was wir sehr gerne tun.

In dem Video verlesen Michael Buschheuer und Prof. Georg Scharfenberg Anis’ Brief auf Regensburger Plätzen.

“Mein Name ist Anis, ich bin aus Afghanistan. Ein sehr schönes Land mit netten Leuten, die schon seit Jahren versuchen, ein gutes Leben und eine sichere Umgebung für ihre Kinder zu schaffen. Aber leider hat der Krieg dies verhindert.

Ich wollte mein Land nicht verlassen, denn Afghanistan ist mein Land, meine Heimat, meine Hoffnung. Aber leider ist das Leben in Afghanistan wirklich schwierig, weil es einen Krieg gibt, und viele schlechte Menschen, die alle töten. Sie töten Männer, schwangere Frauen, Kinder, unschuldige Menschen und sogar neugeborene Babys.

Ich denke, dass kein Herz in ihrem Körper schlägt.
Und wegen dieser Leute war ich gezwungen, mein Land zu verlassen, war ich gezwungen, meine Ausbildung zu beenden.
Ich musste meinem Traum begraben, zu lernen, in die Schule zu gehen und ein normales Leben wie jeder andere zu führen. Ich wollte später an die Universität gehen, einen Job beginnen.
Aber ich wollte nicht heiraten, weil ich ja erst zwölf Jahre alt war. Ich wollte meine Familie nicht verlieren und meine Mutter nicht weinen sehen.
Meine Reise
Zwei Jahre ist es her, dass ich in Griechenland bin. Ich verließ mein Land unfreiwillig, weil der Krieg wie ein Waldbrand über seine Bewohner gekommen ist, weil es keine Gerechtigkeit gibt und der Krieg zur Gewohnheit geworden ist. Ich begann eine Reise, ich überquerte Grenzen, Flüsse, Meere, Wälder – nur um Frieden, Sicherheit, Freiheit und Würde zu erreichen. Aber die Reise führte mich leider nicht zu dem, was ich suchte, sondern es wurde eine Reise der Unmenschlichkeit, eine Reise voller Rassismus, eine Reise voller Not, Kampf, Geduld und Diskriminierung.
Das Schlimmste von allem ist, ein Flüchtling in Griechenland zu sein, der eigentlich nur auf der Suche nach Freiheit, Sicherheit, Würde und einem besseren Leben ist. Das wird aber als ein Verbrechen gesehen.
Ich kam nach Griechenland, und ich dachte, ich wäre hier sicher, denn es gibt hier keinen Krieg. Doch nach und nach musste ich erkennen, dass ich als Flüchtling in Griechenland Dinge erlebe, die vielleicht nicht so schlimm sind wie der Krieg, doch mein Herz brechen.
Ich lebe hier mit meiner Familie in einem kleinen Container, wir sind sieben Personen. Das Leben ist extrem schwierig, aber der schwierigste Teil ist, dass zwei meiner Brüder krank sind und sich niemand um sie kümmert. Wir haben wie verrückt um Hilfe gefleht, doch es wird uns nicht geholfen. Die Ärzte sagten uns, dass wir auf das Festland gehen müssten, um ein Krankenhaus zu finden, damit die Kinder eine bessere Behandlung bekommen. Aber zweimal wurde unser Asylantrag abgelehnt, so dass wir nicht auf das Festland gehen können. Sie sagen, dass Leute, die abgelehnt wurden, in ihre Länder zurückgehen sollten. Doch eine Reise zurück bedeutet das Ende unseres Lebens.
Diese Leute wissen nicht, wie wir hierher gekommen sind, wie wir den Dschungel, die Berge und das dunkle Meer in der Nacht überquerten – nur um Frieden zu finden. Jeder verdient doch eine zweite Chance!
Meine Mutter hat jede Nacht Kopfschmerzen, weil sie um meine Brüder weint, sie ist ernsthaft um sie besorgt.
Vielleicht verstehen Sie jetzt nicht, wie schwer es ist, seine Mutter weinen zu sehen. Aber ich sage Ihnen: Das ist das traurigste und härteste Gefühl der Welt.
Aber selbst mit all diesen Problemen versuche ich immer noch positiv zu sein und so gut zu sein, wie ich kann.
Ich versuche, meine Zeit in einer guten Art und Weise zu verbringen, Also, ich werde zur Schule gehen, mein Lieblingsfach ist Mathematik, weil man bei Mathe lernt, dass es für alle Probleme eine Lösung gibt. Ich bin sicher, dass eines Tages alles in Ordnung sein wird. Ich spiele auch Fußball und ich bin ein Trainer im FutbolNet-Programm von Barcelona. Ich male gerne, denn ich kann Gesichter sehr gut zeichnen.
Ich habe viele Freunde aus verschiedenen Nationalitäten, sie sind aus Griechenland, Amerika, England, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Italien. Sie alle sind hier auf der Insel, wirklich gute Menschen und sie helfen uns Flüchtlingen in den Lagern.
In der Zukunft möchte ich ein guter Mensch werden, der Kinder zum Lächeln bringt, und anderen Menschen hilft. Für mich spielt es dabei keine Rolle, ob ich Ärztin oder Lehrerin oder was auch immer werde.
Ich wünsche mir, dass eines Tages Ruhe in der ganzen Welt herrscht, dann wird es keine Flüchtlinge mehr geben, Mütter werden ihre Kinder nicht verlieren, und die Kinder werden bei ihren Familien sein dürfen.
Allen, die diesen Brief lesen, möchte ich sagen, helfen Sie uns bitte, vielleicht sind Sie nicht Flüchtlinge wie wir, aber natürlich sind wir alle Menschen und Sie können uns verstehen, auch wenn Sie das alles so wie ich durchgemacht haben.
Bitte helfen Sie den Flüchtlingen, vor allem denjenigen, die wie wir in Lesbos leben, wie auch den Menschen in allen anderen Lagern in Griechenland.
Wir sind in einer sehr schlechten Situation in diesen Tagen. Die Faschisten kommen oft ins Lager und schlagen Flüchtlinge, zünden Flüchtlings-Zelte an. Sie wollen dass wir verschwinden, aber wohin können wir gehen, wenn es keinen Weg von der Insel weg gibt und die Grenzen geschlossen sind?
Wir haben uns diesem schrecklichen Zustand nicht ausgesucht, wir hatten einfach nicht die Wahl.
BITTE HELFEN SIE UNS, WEIL WIR NICHT NUR FLÜCHTLINGE sind, wir sind auch Menschen…”
Übersetzung aus dem Englischen: Hans-Peter Buschheuer)
Nothilfe Moria

Nothilfe Moria

Bilder aus Moria nach der Brandkatastrophe. Alea Horst fotografiert für Space-Eye

Wir helfen JETZT!

​Die Lage der Menschen in dem abgebrannten Camp in Moria ist unbeschreiblich schlimm. Soforthilfe ist gefragt. Deshalb haben wir gestern unsere Nothilfe Moria gestartet und binnen eines Tages schon fast 20.000 Euro an Spenden gesammelt.

Gleichzeitig haben wir einen Countdown gestartet und über 1.200 Schlafsäcke und mehrere Tausend Hygienepacks gesammelt und auf den Weg nach Moria gebracht.

Natürlich kaufen wir auch vor Ort Hilfsgüter (soweit vorhanden). 

Wo erfahre ich mehr über die humanitäre Situation in Moria?

Wir informieren regelmäßig auf unserer Facebook-Seite (https://www.facebook.com/spaceeyeorg). In Moria befand sich auch unsere Mitarbeiterin Alea Horst (siehe TV-Bericht unten), die Bilder und Filme schickte und auch unsere Hilfe koordinierte.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.tagesschau.de zu laden.

Inhalt laden

Wo gibt es Infos?

Über unser info-Telefon 📞 0151-10 37 22 90 beantworten wir Fragen, die auf dieser Seite nicht beantwortet wurden,

 

Wie kann ich Geld spenden?

entweder direkt per Überweisung an Space-Eye e.V. bei der Volksbank Raiffeisenbank Regensburg-Schwandorf eG
DE53 7509 0000 0001 0491 51 (GENODEF1R01) oder auf diesem Spendenformular von betterplace:

Brücke bekommt temporär neuen Namen

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von www.mittelbayerische.de zu laden.

Inhalt laden